Aktualisiert am 19.05.2026

Diagnose und Behandlung einer Schuppenflechte

Psoriasis wird auch als Schuppenflechte bezeichnet und beschreibt damit ein Hauptkriterium der chronischen Hauterkrankung. Es kommt zur vermehrten Schuppenbildung auf der Haut, wobei die Intensität der Schuppung individuell sehr unterschiedlich ausfallen kann. Wende dich bei Fragen am besten an deinen Haut- oder Hausarzt.

Welche Körperstellen sind betroffen?

Plaque-Psoriasis tritt bevorzugt an bestimmten Körperregionen auf, den so genannten Prädilektionsstellen. Dazu zählen:

  • die behaarte Kopfhaut (Psoriasis capitis)
  • die Außenseiten der Ellenbogen und Knie
  • der Bereich über dem Gesäß. 

Die Schuppenflechte kann aber auch an anderen Körperstellen auftreten:

  • Gesicht
  • Bauchnabel
  • Rücken
  • Genitalien
  • Handinnenflächen
  • Fußsohlen
  • Finger- und Zehenspitzen
  • Achselhöhlen
  • Gesäßfalte
  • Brustfalten
Grafik mit Körperstellen, wo Psoriasis vorkommen kann

Tritt die Plaque-Psoriasis nicht wie gewöhnlich an den Außen- sondern der Innenseite von Gelenken auf, wird sie als Psoriasis inversa bezeichnet. 

In besonders schweren Fällen ist auch ein Befall der gesamten Hautoberfläche möglich.

Wann tritt Schuppenflechte erstmals auf?

Grundsätzlich kann Schuppenflechte in jedem Lebensalter auftreten. Wann, in welchem Ausmaß und an welchen Körperstellen die Schuppenflechte auftritt, ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden. Prinzipiell kann man zwei Typen der Erkrankung unterscheiden. 

  1. Wer vor dem 40. Lebensjahr erkrankt, wird dem Frühtyp der Schuppenflechte zugeordnet, die dann meist im frühen Erwachsenenalter beginnt. Bei dieser Form, die einen schweren Verlauf nehmen kann, zeigt sich eine familiäre Häufung: oft sind also auch enge Verwandte wie Großeltern, Eltern und Geschwister von Psoriasis betroffen und nutzen bereits Mittel gegen Schuppenflechte.
  2. Der seltenere und weniger schwer verlaufende Spättyp beginnt hingegen erst nach dem 40. Lebensjahr und zeigt keine familiäre Häufung (s. Tabelle).
TypFrühtyp / Typ 1Spättyp / Typ 2
Alter bei Erkrankungsbeginn

unter 40 Jahre

häufig ziwschen 15 und 25 J.

über 40 Jahre

häufig zwischen 50 und 60 J.

Verteilung aller Betroffenenrund 2/3rund 1/3
Schwerer Verlaufmöglichunwahrscheinlich
Vererbungwichtiger Auslösefaktorkein Auslösefaktor

 

Wie kann man Schuppenflechte behandeln?

Schuppenflechte, auch Psoriasis genannt, ist nicht heilbar, aber gut behandelbar. Durch eine angemessene Therapie ist es möglich, den Symptomen wie Juckreiz gezielt entgegenzuwirken, neue Schübe zu verhindern und in vielen Fällen sogar Beschwerdefreiheit zu erreichen.

Grundsätzlich stehen drei Formen der Behandlung zur Verfügung, die von der Basistherapie begleitet werden:

 

  1. Basistherapie: Sorgsame Hautpflege
    Die Haut hat bei Schuppenflechte ein ganz besonderes Pflegebedürfnis. Daher ist sowohl während eines Schubes als auch in beschwerdefreien Zeiten eine gründliche Hautpflege, die sogenannte Basistherapie, Grundlage jeder Behandlung bei Schuppenflechte. Hierzu gehört auch das Lösen der Schuppen (Keratolyse).
  2. Äußerliche (topische) Therapie
    Ist die Schuppenflechte leicht ausgeprägt, wird sie in der Regel mit äußerlichen Medikamenten behandelt, deren Wirkstoffe zur Linderung der Symptome führen. Die Cremes, Salben oder Lotionen werden direkt auf die betroffenen Bereiche der Haut aufgetragen.
  3. Licht- und Klimatherapie
    Zu den physikalischen Behandlungsmethoden der Schuppenflechte zählen die Licht- sowie die Klimatherapie. Sie kommen bei mittelschweren oder schweren Formen der Schuppenflechte infrage.
  4. Innerliche (systemische) Therapie
    Zur innerlichen Therapie bei Schuppenflechte werden Medikamente mit unterschiedlichen Wirkstoffen in Tablettenform oder als Spritzen verabreicht, die das Immunsystem auf unterschiedliche Weise hemmen. Systemisch wird die mittelschwere und schwere Schuppenflechte behandelt.

Mehr Infos zu den Therapieformen


 

Darüber hinaus können ergänzende Maßnahmen bei Schuppenflechte (Psoriasis) sinnvoll sein und dein allgemeines Wohlbefinden steigern. Auch Hausmittel können die Behandlung der Schuppenflechte unterstützen und die Beschwerden lindern. Dazu zählt eine gezielte Stressbewältigung, eine ausgewogene und gesunde Ernährung und ausreichend Sport und Bewegung.

Schuppenflechte hat nicht nur körperliche Folgen, auch die Psyche kann durch die Hauterkrankung stark beeinträchtigt werden.Wenn du merkst, dass dein seelisches Gleichgewicht dauerhaft durch die Schuppenflechte belastet ist oder sich sogar Anzeichen einer Depression zeigen, sprich mit deinem Arzt darüber, ob eine psychotherapeutische Behandlung sinnvoll ist.

 

Schuppenflechte: Partnerschaft und Sexualität

Individuelle Wahl bei der Behandlung der Schuppenflechte

Die Behandlung der Schuppenflechte wird stets individuell ausgewählt. Dein Hautarzt orientiert sich bei der Wahl der Behandlung an mehreren Faktoren - der genauen Form der Erkrankung, deinem Schweregrad und deinen persönlichen Bedürfnissen. Bei der Schwere der Erkrankung wird zwischen leicht, mittelschwer und schwer unterschieden. Dabei sollte für den Schweregrad nicht nur die Ausprägung der mit Schuppen bedeckten Hautareale (Plaques), sondern auch die Einschränkung der Lebensqualität durch die Schuppenflechte ausschlaggebend sein. Ziel jeder Therapie ist es, ein wirksames und gleichzeitig gut verträgliches Mittel zu finden, um gegen die Hauterscheinungen und mögliche Begleiterkrankungen vorzugehen.

Schuppenflechte-Schweregrad: Beschwerden und Lebensqualität

Der Schuppenflechte-Schweregrad spielt unter anderem bei der Auswahl der Therapie eine Rolle. Auch bei der Beobachtung des Verlaufs und Überprüfung des Behandlungserfolgs ist er wichtig. Es wird zwischen leichter und mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte unterschieden. Eine einheitliche Regel für die Bestimmung der Schwere gibt es bei Psoriasis nicht. Bei der Beurteilung des Schuppenflechte-Schweregrads ist die Ausprägung der Symptome ein wichtiger Anhaltspunkt: Das Ausmaß der betroffenen Körperoberfläche, die Stärke der Entzündung und der Schuppung gehören dazu. Darüber hinaus sollte berücksichtigt werden, ob es besonders einschränkende Aspekte gibt, unter anderem:

  • Plaques an sichtbaren Körperbereichen, zum Beispiel im Gesicht oder an den Händen
  • Befall der Genitalregion
  • Ausgeprägte Hautveränderungen am behaarten Kopf
  • Veränderungen durch die Schuppenflechte an den Nägeln
  • Juckreiz
  • Befall der Gelenke (Psoriasis-Athritis)

Doch nicht nur die körperlichen Beschwerden finden bei der Beurteilung der Krankheitsschwere Beachtung. Auch die Beeinträchtigung der Lebensqualität durch die Schuppenflechte spielt eine Rolle. Dazu zählen die psychische Belastung oder Einschränkungen durch die Erkrankung in verschiedenen Lebensbereichen, etwa Partnerschaft, Berufsleben oder Freizeit.

Schuppenflechte-Schweregrad berechnen: PASI, DLQI und BSA

Es gibt unterschiedliche Verfahren zur Messung des Schuppenflechte-Schweregrads mit Punktwerten. Diese sogenannten Scores helfen dem Hautarzt, die Ausprägung der Psoriasis zu beurteilen. Bei der Berechnung eines Scores werden für einzelne Merkmale der Schuppenflechte Punkte vergeben, die am Ende zusammengerechnet werden. Häufig genutzte Scores bei Schuppenflechte sind der BSA, der PASI und der DLQI.

 

Body Surface Area (BSA)

Bei der sogenannten Body Surface Area (BSA) wird das Ausmaß der betroffenen Körperoberfläche ermittelt. Eine Handfläche entspricht etwa 1 % der Körperoberfläche. Eine BSA von weniger als 3 % wird als leichte, eine BSA von 3–10 % als mittelschwere und eine BSA von mehr als 10 % als schwere Schuppenflechte eingestuft.

 

Psoriasis Area and Severity Index (PASI)

Eine weitere Möglichkeit, die Schwere der Psoriasis zu ermitteln, ist der sogenannte PASI (Psoriasis Area and Severity Index). Dieser Index wird aus der Rötung der Haut, der Dicke der Plaques, dem Ausmaß der Schuppung sowie dem Anteil der betroffenen Körperoberfläche berechnet. Der PSSI (Psoriasis Scalp Severity Index) wird ähnlich wie der PASI berechnet und wurde speziell für die Kopfhaut-Psoriasis entwickelt. Ist der PASI höher als 10, liegt eine mittelschwere bis schwere Schuppenflechte vor.

 

Dermatology Life Quality Index (DLQI)

Mit dem Dermatology Life Quality Index (DLQI) kann die Einschränkung der Lebensqualität durch die Schuppenflechte erfasst werden. Ein Aspekt, der bei der BSA und beim PASI nicht berücksichtigt wird. Hierfür füllt der Patient selbst einen Fragebogen aus. Dieser enthält 10 Fragen zum Einfluss der Psoriasis auf verschiedene Lebensbereiche. Thematisiert werden unter anderem der Beruf, die Partnerschaft, die Freizeit und die Behandlung. Es ergibt sich eine DLQI-Punktzahl von 0 (keine Einschränkungen der Lebensqualität) bis 30 (sehr starke Beeinträchtigung der Lebensqualität). Beurteilt werden mit dem DLQI jeweils die vergangenen 7 Tage.

LOYON®: Schuppen lösen für nachfolgende Therapie

 

LOYON® hilft bei der Keratolyse, d. h. dem Entfernen von abgestorbenen Hornzellen von der äußersten Hautschicht. Dadurch können Juckreiz (Pruritus) und Hautirritationen gelindert werden. Zudem ist dies für nachfolgende Therapien wie Salben unerlässlich, da die Haut so erst aufnahmebereit für die aufgebrachten Wirkstoffe wird. Bei der Phototherapie beispielsweise erschweren die Schuppen das Eindringen der UV-Strahlen in die Haut. Die Lichttherapie hat bei Schuppenflechte antientzündliche Effekte und vermindert die übersteigerte Bildung von Hautzellen.

Mehr zum Produkt

Für Schwangere, Kinder & Senioren besonders schonend: LOYON® ist auf physikalische Weise hornlösend.

Wirkungsstarker Partner bei systemischer Behandlung

LOYON® kann auch begleitend zu einer systemischen Psoriasis-Therapie, z. B. mit Tabletten oder Biologika, eingesetzt werden. Eine solche Therapie ist notwendig, wenn die Schuppenflechte zu Begleiterkrankungen wie Psoriasis-Arthritis führt, die Haut stark belastet ist oder die Hautveränderungen trotz äußerlicher Therapie bestehen bleiben.

Ohne Salicylsäure: Schuppenflechte bei Säuglingen, Kindern und Schwangeren schonend behandeln

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LOYON® entschuppt nicht nur effektiv, sondern auch schonend, denn es greift nicht in den körpereigenen Stoffwechsel ein. Dies kann bei Produkten mit Salicylsäure der Fall sein, weshalb sie für Patienten mit Schuppenflechte nicht ganz unbedenklich sind: Bei langfristiger Behandlung großflächiger Körperareale, kann sie sich im Körper ansammeln und insbesondere bei Kindern und bei Patienten mit eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion zu Vergiftungen führen. Dieser sogenannte Salicylismus kann sich in Übelkeit und Erbrechen, Ohrensausen oder Hyperventilation äußern.

LOYON® ist durch das rein physikalische Wirkprinzip sehr gut verträglich und somit auch geeignet für Säuglinge ab dem 1. Lebensmonat, Kinder, Schwangere sowie Patienten, die empfindlich auf salicylsäurehaltige Produkte reagieren.

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Wie kann ich zum Gelingen der Behandlung beitragen?

Wichtig für den Erfolg der Behandlung ist es, die Therapie regelmäßig und genau nach Anleitung bzw. Verordnung des Arztes durchzuführen. Konsequenz zahlt sich dabei aus. Außerdem erfordert die Behandlung der Schuppenflechte eine große Portion Geduld. Oft dauert es, bis erste Erfolge beim Betroffenen spürbar oder sichtbar werden. Denn allen verfügbaren Formen der Behandlung ist gemein, dass sie nicht sofort, sondern erst nach einiger Zeit wirken.


Mit den folgenden Tipps, kannst du die Behandlung der Schuppenflechte unterstützen:

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Meide bekannte Auslösefaktoren für einen Schub wie Nikotin, übermäßigen Alkoholgenuss oder Stress (dazu zählt auch Hautstress, beispielsweise Sonnenbrand).

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Erlerne Entspannungstechniken und treibe regelmäßig Sport. Beide Methoden helfen beim Abbau von Stress und beeinflussen den Krankheitsverlauf positiv.

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Trage luftdurchlässige und lockere Kleidung. Starkes Schwitzen, Druck und Reibung auf der Haut können einen Schub bei Schuppenflechte verstärken. Greife auf Stoffe aus Baumwolle, Leinen oder Seide zurück. Enge Jeans und dicht geschlossene Kragen bei Hemden, die auf der Haut scheuern, solltest du dagegen meiden.

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Achte auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung.